Genderforschung

Zu keinem Zeitpunkt in der (deutschen) Geschichte haben sich so viele Väter so intensiv und liebevoll um ihre Töchter gekümmert wie heute. Den Mädchen die gleichen Zukunftschancen zu eröffnen wie ihren Brüdern und sie nach Kräften zu fördern, war noch vor fünfzig, ja selbst vor dreißig Jahren alles andere als selbstverständlich. Eine Erklärung für den Bewusstseinswandel mag sein, dass der Trend zu einem, maximal zwei Kindern geht, auf die sich dann alle elterlichen Bemühungen konzentrieren - ganz gleich welchen Geschlechts die Kinder sind.

Dumme Jungen, schlaue Mädchen? Der oberflächliche Blick auf die Schulnoten führte zu diesem lange gepflegten Vorurteil. Eine neue Studie des Aktionsrates Bildung bestätigt aber, dass der Grund für die Zensurenlücke ein anderer ist: Jungen werden in Kindergarten und Schule massiv benachteiligt.

Barbara Kavemann, Professorin an der Universität Osnabrück, hat an der bislang einzigen Studie in Deutschland mitgearbeitet, die sich dem Phänomen Gewalt an Männern annimmt. Sie sagt: "Man muss alle Formen und Stufen von Gewalt sehen, nicht nur körperliche Gewalt." Psychische Gewalt, Einschüchterungsversuche und Mobbing zählen dazu.

Wie stark unser Verhalten überhaupt durch unsere Gene gesteuert wird, ist noch völlig unklar. »Ich halte nicht viel von solchen Rückgriffen auf die Evolution, das ist alles ziemlich spekulativ«, sagt Biopsychologe Hausmann. Denn manchmal ändern sich die Dinge schneller, als die Evolution erlaubt. Wer die Studien der vergangenen 50 Jahre vergleicht, stellt fest: Die Geschlechterdifferenzen werden immer weniger. Männer verbessern ihre verbalen Fähigkeiten, Frauen lösen räumliche Aufgaben immer fixer. Der Grund sind die massiv gewandelten Geschlechterrollen.

Kennen Sie den? Ein ostfriesisches Ehepaar geht in ein Restaurant. Sie, schusselig wie sie ist, verschüttet die ganze Suppe über ihr Kleid. "Guck mal, Hein, ich seh ja aus wie ein Schwein", sagt sie. "Ja", sagt er, "und außerdem hast du auch noch die ganze Suppe verschüttet." Haben Sie gelacht?

Lassen die Gefühle für den Partner nach, reagieren Männer öfter als Frauen mit einer Trennung – ohne Aussprache. Männer verraten ihrer Partnerin häufig nicht, wenn ihre Liebe stark nachgelassen hat. Folge: Sie trennen sich ohne viel Worte. Das bestätigten 14 Prozent der männlichen Teilnehmer in einer Online-Umfrage des Partnervermittlers ElitePartner.de. Im Gegensatz dazu zeigen sich nur neun Prozent der Frauen so verschlossen. Es sei ein männliches Phänomen, die Beziehung aus scheinbar heiterem Himmel zu beenden, sagt Psychologin Lisa Fischbach.

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