Geschlechterrollen

Wenn man den Vorhersagen amerikanischer Paarpsychologen und Scheidungsanwälte glauben kann, folgen Beziehungen, in denen sie ihn beruflich überflügelt, oft demselben Muster: Je erfolgreicher die Frau wird, umso kleiner fühlt sich der Mann. Und das wirkt sich nicht eben vorteilhaft aus, schon gar nicht auf das Sexualleben.

Fast die Hälfte aller Väter von Kindern unter 18 Jahren ist an seinem Arbeitsplatz von der Finanz- und wirtschaftskrise betroffen, bei den Müttern ist es nur jede Vierte. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts: "Väter sind deshalb stärker betroffen, weil männerdominierte Berufe stärker unter Auftragsrückgang zu leiden haben, wie der Auto- oder Maschinenbau."

Stuttgart (ap). In Deutschlands Familien treffen mehrheitlich die Frauen wichtige Entscheidungen. Bei einer repräsentativen Umfrage für das Magazin "Reader's Digest" gaben 40 Prozent der Männer und Frauen an, dass die Ehefrau beziehungsweise sie selbst Boss in der Familie sei. 32 Prozent der Befragten sahen den Mann, Freund oder Vater in dieser Rolle. Sieben Prozent gaben an, die beiden Erwachsenen in der Familie würden sich die Position des Haushaltsvorstands teilen. Das Meinungsforschungsinstitut Emnid befragte 1000 Personen.
Quelle: Rheinische Post

Zu keinem Zeitpunkt in der (deutschen) Geschichte haben sich so viele Väter so intensiv und liebevoll um ihre Töchter gekümmert wie heute. Den Mädchen die gleichen Zukunftschancen zu eröffnen wie ihren Brüdern und sie nach Kräften zu fördern, war noch vor fünfzig, ja selbst vor dreißig Jahren alles andere als selbstverständlich. Eine Erklärung für den Bewusstseinswandel mag sein, dass der Trend zu einem, maximal zwei Kindern geht, auf die sich dann alle elterlichen Bemühungen konzentrieren - ganz gleich welchen Geschlechts die Kinder sind.

Der deutsche Mann ist traditioneller als gedacht – trotz der vielfach beschworenen "neuen Väter". Während die Frauen in den vergangenen zehn Jahren einen großen Emanzipationssprung gemacht haben, hinken die Männer in der Modernisierung ihrer Rolle hinterher. 32 Prozent moderner Frauen stehen nur 19 Prozent moderner Männer gegenüber. Bei den ganz Jungen beträgt das Verhältnis sogar 41 Prozent zu 13 Prozent. Die Aussichten auf dem Heiratsmarkt sind also alles andere als gut. Wer als Frau von Männern ein hohes Maß an Beteiligung fordert, hat nur geringe Chancen.

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