Taliban

Ob Genozid, Bürgerkrieg, Blutrache, Heiliger Krieg, Folter und Hinrichtung im Namen von Religion, Unterdrückung und Behandlung der Frauen als Eigentum und Ware: Es gibt viele Greuel in Afghanistan, aber keines davon haben die Afghanen erfunden. All das gab es auch in Mitteleuropa, und es ist teilweise noch gar nicht lange her. // Martin Fütterer

Gut sieben Jahre nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban hat die Mehrheit der Afghanen die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft vorerst verloren. Dies ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Umfrage, die das afghanische Institut für Sozialstudien im Auftrag des Fernsehsenders WDR, der US-Anstalt ABC und der britischen BBC organisiert hat. Unter der täglichen Erfahrung von Krieg, Gewalt, Korruption und Armut sei auch das anfängliche Vertrauen in die USA und in die Nato in Resignation, Ablehnung und in wachsendem Maße Hass umgeschlagen.

In Afghanistan steigt die Zahl der Attentate auf Hilfsorganisationen dramatisch an. Bisher eher Zufallsopfer, sind sie nun in den Focus des politischen Terrors gerückt. Freunde machen sich die Taliban und Al Qaida damit auf keiner Seite. Schlussfolgerung: Sie müssen sich inzwischen sehr sicher fühlen. // Martin Fütterer aus Kabul

Im Jahr 2007 hat Afghanistan geschätzte 9.000 Tonnen Opium produziert, 90% der Weltproduktion. Nach einem Bericht der UN wird für das aktuelle Jahr ebenfalls eine große Ernte erwartet, auch wenn sich die Provinzen unterschiedlich verhalten.

Als eine afghanische Flüchtlingsfamilie nach dem Krieg gegen die Russen auf das eigene Land zurückkehren will findet sie es von Bin Ladens islamistischen Kämpfern besetzt. Ein Taliban-Gouverneur übt Gerechtigkeit. Heute baut die Familie mit deutscher Hilfe Rosen an.

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