Jeder siebte Schüler ein Opfer von Gewalt in der Familie. Väter und Mütter schlagen gleichermaßen.
Baier: Für unsere Vergleichsstudien haben wir insgesamt rund 10.000 Jugendliche in acht großen deutschen Städten über einen Zeitraum von 1998 bis 2008 befragt. Daraus ergibt sich, dass sich zumindest der Anteil der Schüler erhöht hat, die überhaupt keine Gewalt zu Hause erlebt haben. Der Großteil derer, die Gewalt durch die eigenen Eltern erleiden, berichten von leichten Gewaltformen wie Ohrfeigen, hartem Anpacken oder Stoßen. Schwere Gewalt, das heißt, die Kinder oder Jugendlichen werden mit der Faust geschlagen, getreten, geprügelt oder zusammengeschlagen, kommen in 15 Prozent aller Fälle vor. Man kann also sagen, etwa jeder siebte Schüler ist Opfer von schwerer Gewalt. Das ist natürlich weiterhin ein großes Problem, aber wir erkennen eine rückläufige Entwicklung.
ZEIT ONLINE: Sie haben zudem herausgefunden, dass die Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu gleichen Teilen von Vätern wie Müttern ausgeht.
Baier: Wir haben diese Unterscheidung früher nicht gemacht, und insofern hier Neuland betreten. Es hat uns tatsächlich überrascht, dass sowohl Mütter als auch Väter schlagen und es ist erstaunlich, wie gleich die Verteilung hier ist. Auch in der Schwere der Gewalt gibt es kaum Unterschiede. Die kann man höchstens darin erkennen, dass Väter eher die Söhne schlagen und Mütter eher die Töchter.
Mehr: Jugendstudie: Familie - Hort der Aggression? | Leben | Nachrichten auf ZEIT ONLINE
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