Samstagsvideo: Ein Welt in Balance ist möglich - Professor Dr. Dr. Franz Josef Radermacher

Diese Rede habe ich ebenfalls schon von dem Professor gehört, aktueller, noch mehr auf dem Punkt und mit 50 Minuten auch nochmal deutlich ausführlicher als bei dieser Veranstaltung. Man muss hier die ersten 5 Minuten überstehen, dann redet sich Professor Franz Josef Radermacher warm und es wird auch ein bisschen unterhaltsam.

Inhaltlich ist für mich der springende Punkt die Aussage: "Die Probleme, die wir mit der Welt haben, sind ein Problem mit der Allmende." Die Allmende ist der Ausdruck für Gemeineigentum, resp. die Gemeindewiese eines altertümlichen oder auch noch mittelalterlichen Dorfes, die von allen genutzt werden darf. In modernen Gesellschaften gibt es sie nicht mehr, sie wurden mehr oder meist weniger demokratisch privatisiert und dienen heute dem Nutzen weniger. Das Beispiel überträgt der Professor auf alle Ressourcen dieser Welt, die eigentlich Gemeineigentum sind oder waren aber von wenigen kontrolliert und zum Schaden aller verschmutzt oder ausgebeutet werden.

Ein sehr aktuelles Beispiel ist das Vorgehen des Saatgut- und Gentechnik-Konzernes Monsanto bzw. seiner Verbündeten, der Großgrundbesitzer Brasiliens, Uruquays und Argentiniens. Dort gibt es die Allmende sogar noch im ursrpünglichen Sinne als Gemeindeland. Es wird seit zehn Jahren mit Gewalt und Rechtsbruch von den Großgrundbesitzern in Beschlag genommen und mit Gensoja bepflanzt. Dieser wird als Viehfutter exportiert, nach USA und Europa, während die heimischen Landwirtschaften und Gesellschaften zusammenbrechen und die Regierungen nur noch Marionetten in den Händen der Superreichen und des Konzernes sind. Darüber mehr demnächst hier in einem Interview mit Marie-Monique Robin, die über die Machenschaften von Monsanto ein Buch und einen Dokumentarfilm gemacht hat.

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Bild von Martin Fütterer

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