Immer mehr Männer leiden an Depressionen und Schlafstörungen

Hannover (epd). Die Zahl psychischer Krankheiten bei Männern ist einer bundesweiten Studie zufolge deutlich angestiegen. Nach einer Untersuchung der DAK waren Männer 2007 rund fünfmal häufiger wegen Schlafstörungen im Krankenhaus als Frauen. Die Fehltage erhöhten sich bei den Männern 2007 im Vergleich zu 2000 um 18,4 Prozent. Die meisten Männer litten unter Depressionen. Die Krankheit bleibe bei ihnen häufiger unerkannt, da sie dazu neigten, ihre Symptome nicht wahrzunehmen oder zu bagatellisieren. Die DAK appellierte am Dienstag an die Haus- und Betriebsärzte, sich stärker mit dem Phänomen "Männerdepression" auseinander zu setzen.

Außerdem wurde in der Studie festgestellt, dass Männer Vorsorgeuntersuchungen mieden. Während jede zweite Frau über 35 Jahren regelmäßig alle zwei Jahre zur Gesundheitsuntersuchung gehe, sei es bei den Männern nur jeder fünfte. Nach Angaben der DAK nimmt nur jeder vierte Mann an der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung teil, während sich dagegen zwei von drei Frauen präventiv untersuchen ließen: "Männer bringen lieber ihr Auto zum TÜV, als sich selbst zur Vorsorge anzumelden", hieß es.

Um das Gesundheits- und Vorsorgebewusstsein von Männern zu verbessern, haben die DAK und die Stiftung Männergesundheit eine Kooperation vereinbart. Männer hätten ein wesentlich riskanteres Gesundheitsverhalten als Frauen, erläuterte Lothar Weißbach, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit: "Nur allzu oft treiben Männer Raubbau mit ihrer Gesundheit." So sorgten stressbedingte Herz-Kreislauferkrankungen für fast doppelt so viele Fehltage am Arbeitsplatz wie bei Frauen. Auch bei Rückenschmerzen liegen die Männer mit 22 Prozent mehr Fehltagen vor den Frauen.

Die DAK und die Stiftung Männergesundheit wollen die besonderen Risikofaktoren, denen Männer ausgesetzt sind, regelmäßig analysieren und darüber informieren, um das Gesundheits- und Vorsorgebewusstsein von Männern zu verbessern.

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