Auto teilen lohnt sich immer mehr
Bei den Horrorpreisen an der Zapfsäule kommen nicht nur die Umweltbewussten ins Grübeln, ob man tatsächlich für jede Fahrt das eigene Auto braucht. Bequeme Alternativen auch für längere Strecken sind beispielsweise Fahrgemeinschaften oder Carsharing.
Immer montags und mittwochs ist Georg Hegele dran. An den übrigen Arbeitstagen fährt ein anderer seiner Pendlergemeinschaft, seit zehn Jahren machen sie das schon: 50 Kilometer zur Arbeit, von Tübingen nach Stuttgart – und zurück. Georg Hegele hat ausgerechnet, dass er so rund 1.000 Euro Spritkosten im Jahr spart. Mit jeder Preisrunde werden es mehr. Zudem wird sein Auto weniger abgenutzt. An der Ecke steigt wie jeden Morgen um 7.05 Uhr Marlene Barth zu, etwas weiter wartet der Dritte im Bunde, Johannes Flothow.
Günstiger als Bahn
Außer Marlene besitzen alle ein eigenes Auto. Ohne die Pendlergemeinschaft wäre sie auf den öffentlichen Verkehr angewiesen. Doch im Vergleich zur Bahn kommt sie schneller und deutlich günstiger zur Arbeit, selbst wenn die Gemeinschaft jetzt wegen der gestiegenen Spritpreise die Kosten neu kalkulieren will. Derzeit zahlt sie für die einfache Fahrt noch 3 Euro, also 6 Euro am Tag, mit der Bahn wären es 11 Euro, sagt sie. Unfälle gab es bisher noch nicht. Doch sollte es einmal dazu kommen, wären grundsätzlich alle Mitfahrer über die Kfz-Haftpflicht versichert, eine zusätzliche Insassenversicherung ist nicht notwendig.
Carsharing in Tübingen
Angebote und Gesuche für Mitfahrgelegenheiten zur Arbeit bundesweit gibt es auf der Internetseite des „Pendlernetzes“. Zudem bieten viele Städte eigene Modelle. Die Tübinger nutzen dort den Fahrpreisrechner, der eine Empfehlung für die Mitfahrgebühr gibt. Annette Schmidt, die über keinen eigenen Wagen verfügt, teilt sich im Verein Teil.Auto mit über 1.000 Bewohnern der Stadt rund 40 Autos. Ein Anruf genügt und der gewünschte Wagen aus der Fahrzeugflotte ist für sie reserviert. Sie kann ihn dann an einem der etwa 30 verschiedenen Standorte abholen, fußläufig stünden mindestens acht Autos zur Verfügung.
Familie Schmidt wohnt zentral und kann Alltagsgeschäfte auch ohne Wagen erledigen, Tochter Fanny kommt im Regelfall mit dem Bus in den Kindergarten. Ein Auto benötigen die Schmidts nur gelegentlich, mit Strecken deutlich unter 10.000 Kilometern jährlich - daher rechnet sich hier das Carsharing. Der Autoschlüssel liegt direkt beim Parkplatz in einem Safe. Rund zweimal im Monat nutzt Annette Schmidt ein Teil.Auto und zahlt dafür im Jahr rund 300 Euro. Mit einem eigenen Kleinwagen käme sie allein im Monat auf diesen Betrag.
Für die Teilnahme bei Teil.Auto zahlte Anette Schmidt einmalig 500 Euro Kaution, eine monatliche Grundgebühr kostet sie 6 Euro. Hinzu kommen Beträge für jede Fahrt nach Dauer und Strecke. Ein 60 Kilometer-Picknickausflug kostet die Familie so 20 Euro. Wer allerdings nicht nur zum Picknick, sondern richtig in Urlaub fahren will, der sollte nachrechnen– oft kommt ein Mietwagen billiger als ein Carsharing-Auto.
Aus: DasErste.de - Ratgeber - Auto+Verkehr - Carsharing und Fahrgemeinschaften (26.07.2008)
Eine Ortsliste von Carsharingangeboten gibt es z.B. bei carsharing.de
Auch die Bundesbahn bietet Carsharing an: www.dbcarsharing-buchung.de
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