Traditionell chinesisch heilen
Ob nun 3000 oder 4000 Jahre alt: Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist eines der ältesten Heilungssysteme der Menschheit, ähnlich alt und auch inhaltlich verwandt ist nur das indische Ayurveda. Fehlende (Lebens-)Energie zuzuführen, gestaute Energie in Fluss zu bringen und Energien unterschiedlicher Richtung auszubalancieren – das ist in aller Kürze das Konzept.
Sowohl das ayurvedische „Prana“ als auch das chinesische „Qi“ sind am zutreffendsten als „Lebensenergie“ zu übersetzen. Ob sie exakt das gleiche bedeuten sei dahingestellt, ähnlich sind sich die Begriffe allemal. Alle Symptome körperlicher, mentaler und emotionaler Art ebenso wie soziales Verhalten und Lebensgewohnheiten werden als Ausdruck und Ursache des Haushaltes, Flusses und Gleichgewichtes der Lebensenergie betrachtet. Entsprechend werden Krankheiten nicht als chemisch-physiologische oder psychologische Störung behandelt, sondern als Störung des Energie-Zustandes.
Diese Systematik ermöglicht es der traditionellen chinesischen Medizin, unterschiedlichste, aus Sicht der Schulmedizin völlig zusammenhanglose Symptome als Ausdruck einer ganz bestimmten Störung des Qi zu diagnostizieren und zu behandeln. Andererseits kann in der TCM ein bestimmtes Symptom bei zwei Patienten zu ganz unterschiedlichen Diagnosen führen, je nachdem, welche Nebensymptome die Patienten zeigen. Bei gleicher schulmedizinischer Diagnose wendet TCM je nach Patient deswegen durchaus verschiedene Therapien an, und stellt auch da noch mit großer Klarheit Diagnosen, wo die Schulmedizin mit Begriffen wie „vegetativ“, „psychsosomatisch“ oder „funktionell“ zu verschleiern sucht, dass sie aus den Symptomen weder schlau wird noch eine Ahnung hat, wie sie zu heilen wären.
Jahrtausende lang haben die Chinesen (und Inder) unzählige Faktoren und Maßnahmen darauf hin beobachtet, wie sie sich auf die Lebensenergie auswirken. Dazu gehört die Wirkung aller möglicher Natursubstanzen ebenso wie die von Nahrungsmitteln und verschiedener Zubereitungsarten von Nahrung, denn 80% des Qi wird durch die Nahrung aufgenommen, 20% durch die Atmung. Kein Wunder, dass Diätetik und Arzneidrogen den Kern der TCM bilden. Akupunktur und die Tuina-Massagen wirken über die Meridiane genannten Energieleitbahnen auf den Energiefluss, während das passive Qigong Energielenkung und –zufuhr direkt durch den Therapeuten ermöglicht, sozusagen durch Handauflegen oder sogar ohne Berührung. Das aktive Qigong lehrt den Patienten, seine Energie durch konzentrierte Atmung und Bewegung selbst zu stärken und zu harmonisieren.
Kliniken, die sich auf TCM spzialisiert haben
TCM-Klinik, 93444 Bad Kötzting
www.tcm.info. Die TCM-Ärzte sind Chinesen und werden von der Universität für TCM in Peking ausgeliehen, Stationsärzte sind deutsch. Bei den gesetzlichen Krankenkassen zugelassen, Hartnäckigkeit beim Antrag dennoch erforderlich, private Kassen zahlen in der Regel.
Klinik am Steigerwald, 97447 Gerolzhofen
www.tcmklinik.de. Ärzte mit Zusatzausbildung TCM aus dem deutschsprachigen Raum. Verfolgt einen europäisierten Ansatz von TCM. Keine Kassenzulassung, Kostenübernahme klappt nur ausnahmsweise. Private Kassen übernehmen bei medizinischer Notwendigkeit. Beamten bekommen Beihilfe.
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