Gen für Prostatakrebs entdeckt
Ein internationales Forscherteam hat ein zweites Gen entdeckt, dem bei der Entwicklung von Prostatakrebs eine vermutlich wesentliche Rolle zukommt. Das Gen liegt auf Chromosom 1 in der Region HPC1 (Hereditary Prostate Cancer 1Region) und trägt den Namen RNASEL (ausgesprochen als R-N-ace-L).
Das Gen kodiert für das Enzym Ribonuclease L, ein Enzym, das RNA abbaut. Welche Rolle dem Gen bei der nicht vererbten Form des Prostatakarzinoms zukommt ist noch nicht geklärt, so ein Bericht in Nature Genetics http://www.nature.com/ng. Die Wissenschaftler, darunter Forscher des National Genome Research Institute in Bethesda und des Johns Hopkins Medical Institutes, hoffen mit weiteren Genstudien letztendlich neue Behandlungsmöglichkeiten entwickeln zu können. In seiner normalen Form bewirkt das RNASEL-Gen das programmierte Absterben einer Zelle nach einer Virusinfektion, die so genannte Apoptose.
Dies erklärt laut Co-Studienautor Robert Silverman von der Cleveland Clinic auch den Zusammenhang mit Krebs. Wird das Gen inaktiviert, bedeutet dies die Störung des programmierten Zelltods. Die Krebszellen können unkontrolliert wachsen. Defekte Versionen des Gens würden auch dazu führe, dass der Tumor aggressiver wird, so Jeffrey Trent vom Genome Research Institute. Für die Studie wurde die DNA von 26 für Familien mit Prostatakrebs-Vorkommen gescreent. Die Forscher entdeckten zwei Familien, bei der die Geschwister mit der Erkrankung eine vererbte mutierte Kopie von RNASEL besaßen. Derartige vererbte Mutationen sind aber nach Meinung der Wissenschaftler bei einem Großteil der Bevölkerung ungewöhnlich.
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