Über Männer und Männerbewegung

Was ist eigentlich ein Mann? Was Männlichkeit? Ich habe mir mal die Mühe gemacht, ein paar Begriffe bei Wikipedia nachzuschlagen.

Definition "Mann" in Wikipedia.

"Männerforschung" in Wikipedia.

Bemerkenswert: Zumindest ein Teil der Männerforscher ordnet sich der feministischen Frauenforschung unter und versteht auch die Genderforschung (Geschlechterforschung) als Domäne der Frauen. Männerforschung als "Critc of men", als Kritik am Mann. Auch die eigenständigen, nicht vom Feminismus bestimmten Ansätze wirken ziemlich farblos.

"Männlichkeit" in Wikipedia.

"Gender Studies" in Wikipedia.

"Gender" als sozial konstruiertes Geschlecht, "Sex" als biologisches Geschlecht. Auch hier liegt der Ursprung der Forschungsrichtung im Feminismus.

"Männerbewegung in Deutschland" in Wikipedia.

Angestoßen wurde die Männerbewegung von Frauen. Nämlich den feministischen Frauen der 68er, die von dem Mackertum ihrer Männer die Nase voll hatten. (Selbst-) Erkenntnis der ersten Männerbewegten: "Sozial und sexuell ist der Mann ein Idiot". Interessant auch der Satz: die Väterbewegung sei, weil antifeministisch, vielleicht nicht Teil der Männerbewegung, weil diese ursprünglich ein feminstisches Projekt sei.

"Maskulismus" und "Männerrechtsbewegung" in Wikipedia.

Zitat: Erklärtes Hauptziel des Maskulismus ist die Gleichberechtigung beider Geschlechter in allen Aspekten. Im Unterschied zum Feminismus, der die aktive Bevorzugung von Frauen fordert, um eine angebliche Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen, vertritt der Maskulismus die These, die totale Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig vom Geschlecht sei der richtige Weg zu diesem Ziel. Es dürften weder Frauen als Frauen noch Männer als Männer diskriminiert werden.

Der Maskulinismus wird von Feministinnen und Konservativen gleichermaßen kritisiert. Die einen werfen ihm die Restauration der männlichen Überlegenheit und eine Leugnung der Benachteiligung der Frauen vor. Dass Männer auf irgendeinem Gebiet diskrimiert würden, sei absurd. Die Konservativen wiederum bezweifeln, ob eine Gleichheit der Geschlechter überhaupt sinnvoll und möglich ist. Sie plädieren ausdrücklich für unteschiedliche Rollen. Unter der Flagge "Maskulismus" segeln auch seltsame Gruppierungen, z.B. National-Anarchisten, die höchst unklar lassen, ob sie jetzt zu Antifa oder zu den Nazirevisionisten gehören. Wikipedia sagt: "Rechtsextrem". Sollte der Maskulismus relevante Beiträge zur Geschlechterdiskussion leisten, dann werden sie durch solche Protagonisten sicherlich diskreditiert.

Wenn du allen Links gefolgt bist, kommst du vielleicht, wie ich, auch zu diesem Schluß:

In Bewegung gekommen sind die Männer durch die Frauen. Gott sei Dank. Eine eigene Richtung zu finden, fällt Männern allerdings immer noch schwer, Männerbewegung ist vor allem die Bewegung weg von einem als bedrohlich und dysfunktional empfundenen Männerbild. Was Mann im positiven Sinn sein soll ist weit unklarer und von feministischen Vorgaben dominiert.

Wer die Frage stellt, ob nicht auch Männer aufgrund ihres Geschlechtes gelegentlich benachteiligt werden, begibt sich in ein Minenfeld, das vor allem ein ideologisches zu sein scheint.  Dabei gerät allen Seiten die Argumentation oft biologistisch und erinnert an den Tonfall des Klassenkampfes. Unverdächtig ist keiner - denn jeder Mensch ist entweder Frau oder Mann. Zudem bemächtigen sich  verdächtige Gestalten der Argumente und diskreditieren sie dadurch. Dass es, wie im Klassenkampf, auch um die Verteilung von Macht und Ressourcen geht, wird praktisch nur vorgeworfen aber nicht eingestanden. Unter die Räder kommen dabei Grund- und Menschenrechte - und vor allem die Individuen.

Hallo Martin Es freut mich

Hallo Martin

Es freut mich sehr, dass du dich für die Männerbewegung interessierst. Über Google bin ich auf diesen Artikel gestossen und finde es gut und richtig, dass du dich von verschiedenen Blickwinkeln informierst.

Falls du weiteres Interesse an der Diskriminierung des Mannes oder an Männerrechten hast, kannst du auf meinem Blog "Die Söhne von Perseus" mitlesen. Es ist sicher eine Abwechslung, auch einmal die männliche Perspektive im Geschlechterdiskurs zu berücksichtigen.

Gruss,
Manifold

Die Söhne von Perseus

Submitted by Manifold (nicht überprüft) on 15. January 2009 - 12:32.

Über den Autor

Bild von Martin Fütterer

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Martin

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Fütterer

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