Riester-Rente lohnt sich – fast 10,8 Millionen Verträge abgeschlossen

Im vierten Quartal 2007 schlossen die Menschen laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Deutschland 1.044.000 Riester-Verträge ab. Im Gesamtjahr kamen damit 2.707.000 Neuverträge hinzu, so dass mit Stand Ende 2007 seit Einführung insgesamt 10.757.000 Riester-Vorsorgepolicen abgeschlossen wurden. Der Trend beim zusätzlichen Altersvorsorgesparen zeigt steil nach oben. "Riestern" lohnt sich für alle und ist auf dem Weg zum flächendeckenden Phänomen.

Die Zahlen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger die Notwendigkeit ergänzender Alterssicherung sehen und danach handeln. Und sie suchen sich mit der Riester-Rente das Instrument, dass Sicherheit bietet und sich am meisten lohnt - gerade auch dann, wenn parallel eine Familie zu versorgen ist und nicht so viel Geld zur Verfügung steht. Sie sollten sich dabei auch nicht von Panikmache und grundloser Verunsicherung beeindrucken lassen, wie es sie in letzter Zeit in Medienberichten und Äußerungen vermeintlicher Experten gab.

Mit deutlich über einer Million Neuverträge allein im letzten Quartal des abgelaufenen Jahres (gegenüber 1,66 Millionen in den ersten drei Quartalen 2007 zusammen) zeigt sich wieder einmal: Die meisten Menschen entschließen sich noch zum jeweiligen Jahresende, in die Riester-Vorsorge einzusteigen. Denn auch, wer erst im Oktober, November oder Dezember einen Vertrag unterschreibt und den Mindesteigenbeitrag einzahlt, erhält - quasi rückwirkend - für das ganze Jahr die volle Zulagenförderung bzw. kann später in der Steuererklärung den gesamten Höchstbetrag geltend machen.

Auch im laufenden Jahr lohnt sich der Einstieg - gerade für Geringverdiener und Familien. Wer vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (jeweils abzüglich der Zulagen; mindestens Sockelbetrag von 60 Euro jährlich bzw. 5 Euro monatlich) als Eigenbeitrag in den Aufbau einer Riester-Rente investiert, profitiert von stattlicher staatlicher Förderung in Form von Grund- und Kinderzulagen bzw. steuerlichen Sparmöglichkeiten. Seit Jahresbeginn beträgt die Grundzulage für Riester-Sparer 154 Euro. Für jedes kindergeldberechtigte, vor dem 1. Januar 2008 geborene Kind zahlt der Staat pro Jahr 185 Euro Kinderzulage; für am 1. Januar oder später geborenen Nachwuchs fließen 300 Euro aufs Altersvorsorgekonto. Alternativ - und je nachdem, was sich finanziell mehr lohnt - können in der Steuererklärung für 2008 bis zu 2.100 Euro als Altersvorsorgeaufwendungen im Wege des Sonderausgabenabzugs vom zu versteuernden Einkommen abgesetzt werden.

Beispiel (Jahr 2008): Ein Alleinverdiener-Ehepaar mit zwei kindergeldberechtigten Kindern - eins 2005 geboren, das andere 2008 - entscheidet sich für das Riester-Sparen. Vom sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommen (30.000 Euro) investieren sie die notwendigen vier Prozent, also 1.200 Euro. Von diesen 1.200 Euro übernimmt der Staat 639 Euro in Form von Zulagen (154 Euro Grundzulage; 185 Euro Kinderzulage Kind 1; 300 Euro Kinderzulage Kind 2). Die Zulagen machen mehr als die Hälfte der Sparsumme aus, mit der die Familie Jahr für Jahr zusätzlich für das Alter vorsorgt. Würde auch der nicht berufstätige Ehepartner einen eigenen Vertrag abschließen, flössen auch hierauf nochmals weitere 154 Euro Grundzulage. Die Gesamtförderung betrüge 793 Euro, die Förderquote läge bei 66 Prozent.

Nicht nur die Riester-Rente, für die der Staat bis Februar 2008 rund 2,3 Milliarden Euro an Zulagen ausbezahlt hat, boomt. Auch die über großzügige Steuervorteile geförderte Variante für Selbständige, die "Rürup-Rente", erlebt seit der Einführung 2005 großen und steigenden Zuspruch. Inzwischen gibt es dort schon rund 638.000 Vorsorgeverträge.
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