Ministerin Zypries rät Frauen zu Ehevertrag

Berlin - Bundesjustizministerin Brigitte Zypries rät Frauen, die ihren Beruf aufgeben und sich ausschließlich ihrer Familie widmen wollen, einen Ehevertrag abzuschließen. "Sie müssen sich vertraglich absichern." Die SPD-Politikerin hält das im Januar in Kraft getretene Unterhaltsrecht "für einen großen Wurf". Das neue Gesetz verhindere die Fälle, in denen die Frauen mit dem Geld ihrer Ex-Männer zu Hause blieben und die zweiten Ehefrauen arbeiten müssten, obwohl sie kleine Kinder betreuten. "Das war ungerecht", so Zypries. Nach der Neuregelung haben Kinder in Zukunft beim Unterhaltsgeld Vorrang vor allen anderen Anspruchsberechtigten. Bislang mussten sie sich den ersten Rang mit geschiedenen und aktuellen Ehegatten teilen. "Keiner sollte sich darauf verlassen, dass der andere ihn finanziert"

Verbunden mit der Reform des Unterhaltsrechts ist aber auch eine stärkere Eigenverantwortung nach der Scheidung. Geschiedene Eheleute könnten erheblich früher als bisher zur Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit angehalten werden, zum Beispiel dann, wenn in der Schule für die zu betreuenden Kinder eine Betreuung am Nachmittag angeboten wird. Außerdem werde der bisherige Grundsatz der "unbegrenzten Lebensstandardgarantie" abgeschafft.

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